Afrika im Wedding

zweite Nummer des Magazin „Afrika im Wedding“

Situationsbeschreibung

Der Berliner Bezirk Wedding hat sich in den letzten Jahren zum Zentrum der afrikanischen Community in Berlin entwickelt. Die meisten Berliner afrikanischer Herkunft leben dort und es entwickelt sich derzeit langsam eine afrikanische Infrastruktur von Afro-Shops und Internetcafés, Kneipen und Läden, kulturellen und politischen Vereinen usw. Dies liegt nicht nur an den billigen Mieten. Es hängt vor allem mit der mulitikulturellen Atmosphäre im Wedding zusammen. Türken, Araber, Afrikaner, Deutsche, Muslime, Juden, Christen, Atheisten, Schwarze und Weiße leben hier auf sehr engem Raum bemerkenswert friedlich zusammen. Dies heißt jedoch nicht, dass es keine Vorurteile gäbe. Auch im Wedding werden Afrikaner oft als „Asylanten“, Hilfsbedürftige, Menschen, die aus einem „unterentwickelten Land“ kommen, wahrgenommen, die in der gesellschaftlichen Hackordnung unter den Deutschen, aber auch unter den anderen Migrantengruppen stehen.

Gleichzeitig hat ist der Wedding ein Ort, der massiv an die koloniale Vergangenheit Deutschlands erinnert. Insbesondere das „Afrikanische Viertel“. Dort sind die meisten Straßen nach deutschen Kolonien in Afrika benannt (Kameruner Strasse, Togostrasse, Windhuker Str., Swakopmunder Str., Otawi Strasse usw.), andere sollen an „wichtige Ereignisse“ im kolonialen Kontext erinnern, wie z.B. die Transvaalstrasse, die sich auf den Burenkrieg in Südafrika bezieht. Auch der eine oder andere „Kolonialpionier“, der sich aktiv an der gewaltsamen Ausbreitung des deutschen Kolonialreiches beteiligt hat, wird dort geehrt. Erst die Ghanastrasse machte mit dieser Tradition ein Ende, sie erhielt ihren Namen 1958 anlässlich des Besuches des ghanaischen Staatsoberhauptes Kwame Nkruma in Berlin. Der Streit um die kolonialen Straßennamen im Wedding ist alt, insbesondere um die Umbenennung der Lüderitzstrasse, des Nachtigalplatzes und der Petersallee – vor allem die letztere hat eine ganz eigene Geschichte der Umbenennungsvermeidung - und es gibt eine relativ geschlossene Formation von Umbenennungsgegnern. Diese argumentieren in der Regel nicht inhaltlich, sondern machen geltend, dass ihnen der Neudruck von Visitenkarten, Briefköpfen usw. zu teuer ist.


Ziele unserer Initiative

Angesichts dieser Situation hat sich im Herbst 2007 eine Initiative von verschiedenen Aktivisten, Vereinen und Einzelpersonen gebildet, der wir den Arbeitstitel "Afrika im Wedding" gegeben haben. Ziel dieser Initiative ist es, verschiedene kulturelle Veranstaltungen zum Thema „Afrika im Wedding“ durchzuführen.

Generell soll diese Veranstaltungsreihe in Zukunft jedes Jahr unter dem Titel „Weddinger Afrikawochen“ durchgeführt werden. Bei der Organisation dieser Veranstaltungsreihe werden wir von kommunalen Akteuren wie z.B. der City-Volkshochschule, dem Kulturamt Mitte, der Weddinger Schiller-Bibliothek – bei einigen Projekten auch finanziell, vor allem aber moralisch - unterstützt.

Freundlicherweise hat zudem Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke die Schirmherrschaft übernommen.


Der Afrikanisch-Deutsche Klub

Angestoßen wurde dieses Projekt von mehreren Mitgliedern des „Afrikanisch-Deutschen Klubs“ www.berlin.de/sen/wirtschaft/lez/a.html

Der Afrikanisch-Deutsche Klub ist ein Netzwerk von ehrenamtlichen Aktivist/innen, Einzelpersonen oder Vereinen, das auf der Basis von Freiwilligkeit und Uneigennützigkeit beruht.

Sein Ziel ist es, die im Bezirk Mitte lebenden Afrikaner/innen zu unterstützen, ihren optimalen Platz in der Gesellschaft zu finden. Zu den regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen sind die deutschen Nachbarn ebenso eingeladen, wie die Menschen der unterschiedlichen afrikanischen Nationen.


Erste greifbare Ergebnisse unsere Aktivitäten.

  • Das Magazin „Afrika im Wedding“, dessen erste Nummer im Dezember 2007 erschienen ist.

  • Das Magazin „Afrikanisches Viertel“, erschienen im Dezember 2008.

  • Die Weddinger Afrika-Wochen 2008.

Wen wollen wir erreichen?

Menschen, die an Afrika interessiert sind. Dazu gehören die im Kiez lebenden Afrikaner/innen und Menschen afrikanischer Herkunft, Europäer/innen mit besonderem Bezug zu Afrika, sowie Menschen, die einfach neugierig sind.

Die diversen Netzwerke von ehrenamtlichen Aktivist/innen, Einzelpersonen oder Vereinen im Kiez, die sich mit Afrika beschäftigen (Kultur, fairer Handel, karitative Aktivitäten zugunsten Afrikas).

Lehrer/innen und Schüler/innen, die sich mit Afrika und mit der kolonialen Vergangenheit Deutschlands beschäftigen wollen.

Tourist/innen und Berliner/innen, die sich für Afrika und die afrikanische Community in Berlin interessieren.

Tourist/innen und Berliner/innen, die sich für das „Afrikanische Viertel“ interessieren (es gibt dort mehrere interessante Bauhaus-Gebäude).

Afrikanische Botschaften und ihre Gäste.

 

Methoden

Wir denken, dass es falsch ist, Rassismus oder die Verharmlosung des deutschen Kolonialismus mit dem erhobenen Zeigefinger, also durch die Betonung des Negativen, zu bekämpfen.

Stattdessen wollen wir – mit den „Weddinger Afrikawochen“ und mit dem Magazin „Afrikanisches Viertel“ - das Positive an der augenblicklichen Situation betonen, indem wir zeigen, dass die afrikanische Community im Wedding, insbesondere deren kulturelle Aktivitäten, eine große Chance für unseren Bezirk sind.

Wir legen wir Wert darauf, dass die Projekte der „Weddinger Afrika-Wochen“ und ebenso das Magazin „Afrikanisches Viertel“ von Akteur/innen afrikanischer und deutscher Herkunft gemeinsam gemacht werden.


Erwartete Ergebnisse

Die „Weddinger Afrikawochen“ und das Magazin „Afrikanisches Viertel“ werden

  • die Integration von Afrikaner/innen im Quartier unterstützen

  • im Wedding das Interesse an afrikanischer Kultur wecken

  • afrikanische Unternehmen im Quartier durch Werbung fördern

  • Das Geschichtsbewusstsein bei Afrikanern und Deutschen schärfen und eine größere Sensibilität beim Umgang mit der deutschen Kolonialgeschichte erzeugen.

Langfristiges Ziel 1: Das Magazin „Afrikanisches Viertel“ und die jährlich stattfindenden kulturellen Events der „Weddinger Afrikawochen“ werden ein Label, ein fester Begriff, wie z.B. der Karneval der Kulturen, der jährlich Tausende nach Neukölln lockt.

Langfristiges Ziel 2: Lüderitzstrasse, Nachtigalplatz und Petersallee werden – mit der Zustimmung der meisten Anwohner - umbenannt.

 

 

Das Kulturfest „Afrika im Wedding“ wird durch das Quartiersmanagement Pankstr. und Sparrplatz unterstützt.

Die Schirmherrschaft wurde von dem Bezirksbürgermeister von Mitte

Herrn Dr. Christian Hanke übernommen

 

 

Spendenkonto:

Deutsch-Togoischer-Freundeskreis e.V.

Deutsche Bank 24

Konto-Nr: 4626180

BLZ: 100 700 24

Stichwort Afrikafest 2008

eine Spendenquittung wird auf Wunsch ausgestellt